A2 MAARSSEN

Van Campen Industries B.V. realisiert eine besondere Lärmschutzwand entlang der A2 bei Maarssenbroek

Lärmschutzwand schlängelt sich wie eine 12,5 Meter hohe Raupe durch die Landschaft
Wie eine Raupe schlängelt sich die neue Lärmschutzwand entlang der A2 zwischen Maarssen und Breukelen. Nicht nur durch die Abnahme ihrer Höhe von 12,5 Meter auf 6 Meter fällt diese Lärmschutzwand ins Auge, sondern auch durch ihren einzigartigen Entwurf der Architektin Alleta van Aalst und die besondere Ausführung aus Aluminium, Glas und Stahl durch die Firma Van Campen aus Lelystad. Die Erfüllung ihres Auftrags, mit der Lärmschutzwand eine Verbindung zwischen der Umgebung und der Autobahn herzustellen, ist der Architektin in Zusammenarbeit mit Van Campen ausgezeichnet gelungen.

Auch dem Wunsch der Anwohner entsprechend war die Gemeinde Maarssen der Meinung, dass zur erneuerten und verbreiterten A2 bei Maarssenbroek eine besondere Lärmschutzwand gehört. Daher hat sie ihren finanziellen Beitrag zu diesem Projekt geleistet, für das wie immer Rijkswaterstaat [die oberste niederländische Straßen- und Wasserbaubehörde] der Auftraggeber war. Die Lärmschutzwand entlang der A2 zwischen Maarssen und Breukelen hat eine Länge von 4200 Metern und eine Oberfläche von 40 000 m². Die Wand steht, von Utrecht Richtung Amsterdam aus gesehen, an der rechten, der Nordostseite der Autobahn.

Abnehmende Höhe
Der Projektleiter Jack Dekker weist auf die stetige Abnahme der Höhe hin: "Der Entwurf der Architektin Alleta van Aalst hat über die gesamte Länge eine stetige Abnahme der Höhe. In Boomstede beginnt das Objekt mit einer Höhe von 12,5 Metern und endet gut 4 km später bei Zwanenkamp auf 6 Meter Höhe. Der Auftrag lautete, eine bessere Verbindung zwischen der Autobahn und der Umgebung zu schaffen, wobei insbesondere die Seite der Autobahn ästhetisch wichtig war. An der Seite der Anwohner war dieser Aspekt viel weniger wichtig, weil die Wohnhäuser ziemlich weit von der Lärmschutzwand entfernt stehen und dort auch Begrünung vorkommt. Optisch bedeutet dies, dass die Wand von den Wohnhäusern her kaum zu sehen ist", meint Herr Dekker.

Besondere Lärmschutzwand
Herr Dekker deutet auf die besonderen Facetten der Wand hin. "Um einen Zusammenhang zu schaffen, wurde der dynamische Effekt von der Lärmschutzwand an der gegenüber liegenden Seite, genannt 'the wall', übernommen. Der große Unterschied zu dieser Wand ist allerdings, dass die neue Wand nicht mit Gebäuden kombiniert wurde. Das Problem bestand darin eine Lärmschutzwand mit einer Anfangshöhe von 12,5 Metern zu entwerfen, die dennoch nicht zu sehr hervortreten und dominieren sollte. Dieser Aspekt ist auch im Hinblick auf die Verkehrssicherheit wichtig, denn die Wand darf die Autofahrer nicht zu sehr ablenken."

Betonsockel
Die Wand steht auf einem Betonsockel, der an der Innenseite begrünt worden ist. Auf die Betonelemente sind Glaspanele gesetzt worden. Wenn man von Zuilen aus auf die Autobahn fährt, wird der Glasstreifen immer schmaler und das Verhältnis zwischen den Aluminiumelementen an der Oberseite und den glatten Betonelementen unten ändert sich ständig. Der schmale Glasstreifen erzeugt dabei den Eindruck eines bewegenden Bandes und die Panele darüber und darunter ändern ständig ihre Abmessungen und Winkel. Die Autofahrer, die mit einiger Geschwindigkeit daran entlang fahren, erleben dadurch einen dynamischen Effekt. Hinter der Auffahrt auf die A2 fährt man am höchsten Teil der Wand entlang. Um den Eindruck einer enormen Mauer zu vermeiden, ist hier der niedrigste Punkt des laufenden Bandes angebracht worden. Anschließend läuft das Band zum höchsten Punkt und geht in Richtung des Viadukts in eine Glasfläche über, die hinter dem Viadukt wieder aufgenommen wird. Die Höhe der Wand hat hier bereits auf etwa 9 Meter abgenommen. Ein Stück weiter wird das Glasband wieder aufgenommen, es schwingt sich noch einmal aufwärts und abwärts und läuft anschließend waagerecht weiter. Am nördlichen Ende ist die Lärmschutzwand dann nur noch 6 Meter hoch.

Hi-Tech-Ausstrahlung
Der obere Teil besteht aus Aluminium mit einem sich wiederholenden Relief, wodurch ein ansprechendes Muster entsteht. Herr Dekker fügt hinzu: "Um zu verhindern, dass Vögel gegen die hohe Glaswand fliegen, ist in den größeren Glasflächen ein Muster angebracht worden." Das gläserne Band ist gut zu sehen, denn es stellt eine helle Unterbrechung zwischen den geschlossenen Platten dar, die sich darüber und darunter befinden. Der Eindruck der Bewegung ist sehr deutlich, sie ändert sich von sehr hoch bis sehr niedrig. Für die Umgebung sind außerdem die Pfosten, die die Wand halten, von Bedeutung. Sie sind als Skulpturen ausgebildet und suggerieren eine abwehrende Haltung. Sie wehren wörtlich und bildlich den Lärm ab.

Kein Element ist wie das andere
Jack Dekker spart nicht mit Komplimenten für die Entwerferin und den Hersteller der Lärmschutzwand, weist aber auch auf die enorme Logistik hin, die dieses Projekt von Ballast Nedam gefordert hat. "Jedes Element hat andere Maße oder eine andere Form, wodurch sowohl die Herstellung als auch die Montage für Van Campen sehr komplex war. Die Elemente mussten jeweils zeitgenau und in der richtigen Reihenfolge vorgehalten werden. Bei den Elementen gibt es kaum Wiederholungen. Im Übrigen wurde das Aufstellen der Lärmschutzwand durch die Watertransportmaatschappij Rijn-Kennemerland WRK (Wassertransportgesellschaft Rijn-Kennemerland) zusätzlich erschwert, da deren Wasserleitungsrohre direkt hinter der Wand liegen. Dadurch mussten Einrichtungen geschaffen werden, die die Erreichbarkeit der Rohre für Reparatur- und Wartungsarbeiten gewährleisten. Die Wand hat eine Gesamtoberfläche von 40 000 m² und steht auf 5300 Gründungspfählen aus Beton.

Tekst: Bert Heijnen

 


<< Zurück zur vorherigen Seite

Bitten klicken Sie auf das Symbol

Van Campen und Airbus



3D Metalforming